Flusserlebnispfad Lungwitzbach – warum?
Im Rahmen der Beratungen der Projektgruppe (Landestalsperrenverwaltung Sachsen, Talsperrenmeisterei Zwickauer Mulde/Weiße Elster; Plan T, Planungsgruppe Landschaft und Umwelt; Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Landesverband Sachsen e.V.) zu den Ufersicherungen am Lungwitzbach wurde 2006 die Idee geboren, speziell diese Maßnahme und im allgemeinen die Renaturierung von Fließgewässern der Öffentlichkeit durch einen Flusserlebnispfad nahe zu bringen.
Durch Bereitstellung von Fördermitteln durch den Freistaat Sachsen konnte dieses Projekt im Zeitraum 2006 bis 2007 umgesetzt werden. Die offizielle Einweihung fand am 23.Mai 2007 im Beisein des damaligen Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Stanislaw Tillich statt.
Um dem lokalen, naturschutzrelevanten und vor allem innerlichen Kolorit Raum zu geben, veranstaltete der BUND am 8.Juni 2007 eine »Alternativ-Einweihung«.
Mit dem Flusserlebnispfad am Lungwitzbach wird den interessierten Menschen das komplexe Wirkungsgefüge unserer heimischen Fließgewässer mit seinen vielfältigen Nutzungsanforderungen und – konflikten in verständlicher Form vermittelt. Gleichzeitig wecken insgesamt 21 Stationen des Erlebnispfades Verständnis für die Bedeutung der Bäche und Flüsse als Lebensadern in unserer Landschaft.
Bei der Gestaltung der Stelen und den dafür eingesetzten Materialien wurden Kriterien eines nachhaltigen Handelns berücksichtigt. So fungieren u.a. ausgediente und unbehandelte Spundwandelemente als Träger der Schautafeln.
Bei der Gestaltung der Stelen und den dafür eingesetzten Materialien wurden Kriterien eines nachhaltigen Handelns berücksichtigt. So fungieren u.a. ausgediente und unbehandelte Spundwandelemente als Träger der Schautafeln.
Um die emotionale Bindung mit dem Lebensraum zu verstärken, wird ein Eisvogel als Leitfigur des Erlebnispfades verwendet. Matti Himmelblau begleitet die Besucher entlang des Lungwitzbaches durch seinen Lebensraum und stellt seine Mitbewohner vor.
Mittels Fotos und Abbildungen werden die verschiedenen Entwicklungsstadien des Lungwitzbaches seit dem Hochwasser vom August 2002 veranschaulicht. In jede der Lehrpfadstationen wurden so genannte Landschaftsfenster integriert, die den aktuellsten Entwicklungsstand »in Natura« erlebbar machen.
Es werden verschiedene naturschutzfachliche Themen der Fließgewässer und ingenieurbiologische Bauweisen vorgestellt, die im Rahmen der Hochwasser-schadensbeseitigung am Lungwitzbach eingebaut wurden. Ingenieurbiologische Bauweisen wurden dabei nicht nur zur Uferbefestigung, sondern auch zur ökologischen Aufwertung des Gewässers und seiner Ufer eingesetzt. Eine gebremste Eigendynamik des Flusses ist dadurch möglich.
Der Flusserlebnispfad wurde von der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Sachsen e.V. in gemeinsamer Projektträgerschaft angelegt.
Mit Hilfe des Flusserlebnispfades wird der Bevölkerung und dem interessierten Fachpublikum demonstriert, wie Naturschutz und Wasserbau in Einklang gebracht werden können. Gleichzeitig sollen die Menschen für einen sorgsamen Umgang mit der Natur sensibilisiert werden.
Die Projektträger verbinden damit die Hoffnung, dass weitere Initiativen für die Renaturierung, d.h. für die »Befreiung« der Flüsse und Bäche ausgelöst werden.


