23.Mai 2007 - Flusserlebnispfad Lungwitzbach eröffnet
Im Beisein des Sächsischen Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft, Herrn Stanislaw Tillich wurde am 23.Mai 2007 Flusserlebnispfad Lungwitzbach eröffnet.
Der Lungwitzbach zählt zu den größten Fließgewässern des Erzgebirgsbecken im südlichen Sachsen. Über Jahrzehnte begradigt, ausgebaut und mit Schadstoffen verseucht, fristet(e) der Fluss ein kümmerliches Dasein.
Nun zerstörte das Hochwasser im August 2002 auf weiten Strecken den ehemaligen Uferverbau, er konnte sich aus seinem naturfernen Korsett befreien. In dem besonders betroffenen Abschnitt zwischen St.Egidien und Niederlungwitz wurde seitens der zuständigen Landestalsperrenverwaltung ein für Sachsen sonst untypischer Weg gegangen, anstatt mit Beton wurde das teilweise neu entstandene Flussbett mit ingenieurbiologischen Bauweisen gesichert. Eine gebremste Flussdynamik und die Entwicklung von fliessgewässer- und auentypischen Lebensräumen wird künftig möglich sein, wenn auch in einem Umfang der uns nicht zufrieden stellt.
2006 wurde dann die Idee geboren, diese Maßnahmen der breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen und damit gleichzeitig die Menschen für den Schutz der Lebensadern unserer Landschaften, die Flüsse und Bäche zu sensibilisieren. Das BUND-Projekt “Flusserlebnispfad Lungwitzbach“ wurde ins Leben gerufen.Das Regierungspräsidium Chemnitz bewilligte dann Ende 2006 für das mit 72 T€ kalkulierte Vorhaben einen Zuschuss von 65 T€. Der Flusserlebnispfad wurde von der Landestalsperrenverwaltung des Freistaats Sachsen (LTV) und dem Bund für Umwelt und Naturschutz, Landesverband Sachsen e.V. in gemeinsamer Projektträgerschaft angelegt.
Auf 21 Stelen (ehemalige Spundwandelemente) wird den Besuchern zum einen Wissen zu mannigfaltige Themen vermittelt, zu anderen der Fluss in all seinen Facetten vor Ort erlebbar gemacht. Als Themen werden u.a. angeboten: „Mäander – ein Hin und Her zwischen Gleit- und Prallhang“, „Libellen – Akrobaten der Lüfte“ oder auch „Kiesbänke und Uferwände – Lebensräume auf Zeit“. Um die emotionale Bindung mit dem Lebensraum zu verstärken, wird ein Eisvogel als Leitfigur des Erlebnispfades verwendet. Matti Himmelblau begleitet die Besucher entlang des Lungwitzbaches durch seinen Lebensraum und stellt seine Mitbewohner vor.
Matti Himmelblau gibt uns dazu auf den Weg „Es ist ganz einfach der Natur etwas Gutes zu tun, dem Fluss seinen Lauf lassen und etwas weniger Aufräumen“, es ist auch der Weg unseres Landesverbandes.
Wolfgang Riether, BUND Landesverband Sachsen e.V.

